Stell dir vor, eine Bestellung wird in ein System eingeworfen: manchmal muss sie an viele Empfaenger ausgegeben werden, manchmal als Aufgabe in einer Warteschlange landen; SQS und SNS bieten genau diese Optionen, aber mit unterschiedlichen Versprechen.
Hinter den Kulissen der Cloud
Mit dem Trend zu Microservices, Serverless und ereignisgesteuerten Architekturen wachsen Anforderungen an Entkopplung, Skalierung und Fehlertoleranz, und Entwickler sowie Architekten muessen entscheiden, ob Nachrichten gepusht, gequeued oder beides kombiniert werden.
Technik im Vergleich
SQS ist eine Pull-basierte Warteschlange mit Standard- und FIFO-Modellen, Visibility Timeout, Long Polling und Dead-Letter-Queues; SNS ist ein Push-orientierter Pub/Sub-Dienst, der Nachrichten an viele Abonnenten wie SQS-Queues, Lambda, HTTP-Endpunkte, E-Mail oder SMS verteilt und so Fan-out-Szenarien ermoeglicht; beide integrieren IAM und Verschluesselung, aber ihre Zustell- und Ordnungssemantiken unterscheiden sich und beeinflussen Designentscheidungen.
Betrieb und Kosten
Kostenstrukturen unterscheiden sich: SQS rechnet pro Request ab, SNS pro Publish und je nach Ziel auch pro Lieferung; betrieblich heißt das Monitoring, Retry-Strategien, Skalierung und DLQ-Management zu planen, denn naiv kombiniert steigen Komplexitaet und Fehlerrisiken.
Ticketshop bei Lastspitzen
Ein fiktiver Ticketshop nimmt Flash-Sales per SQS in eine Queue, um Zahlungs- und Reservierungslogik asynchron zu verarbeiten, waehrend SNS Bestandsaktualisierungen und Analytics-Events gleichzeitig an mehrere Systeme pusht.
Analyse-Pipeline mit Fan-out
In einer Analyse-Pipeline publiziert ein Service Events an SNS, die an verschiedene SQS-Queues für Batch-Verarbeitung, an eine Lambda für Echtzeit-Metriken und an einen HTTP-Webhook für Drittanbieter verteilt werden, womit unterschiedliche Konsumenten unabhängig skaliert werden koennen.
Wann was passt
Wenn du Aufgaben verteilen und verarbeiten willst, ist SQS die erste Wahl; wenn du Ereignisse an viele Empfaenger verteilen willst, nutze SNS; oft ist die beste Loesung die Kombination: SNS für Fan-out und SQS für durable Verarbeitung; dabei muessen Idempotenz, Duplikate, Sichtbarkeitszeiten und SLA-Anforderungen bedacht werden.
Die Verantwortung der Architekten
Letztlich entscheidet der Solution-Architekt mit Entwicklern und Projektmanager anhand von Latenzanforderungen, Fehlertoleranz und Betriebskosten; Prototypen, klare Monitoring-Regeln und Tests für Ausfaelle machen die Theorie für den Betrieb zugaenglich und entlasten das Team.