Zwei Klicks, eine Komponente, ein großer Streit: React, Vue und Angular prägen heute, wie das Web entsteht; aber welches Werkzeug löst welches Problem am besten?
Wer baut das Web von morgen?
Die Wahl eines Frontend-Frameworks entscheidet über Produktivität, Wartbarkeit und Zukunftskosten und beeinflusst deshalb nicht nur Entwickler, sondern ganze Unternehmen und Märkte.
Drei Ansätze, drei Philosophien
React begann als schlanke, komponentenorientierte Bibliothek mit JSX und großer Community, Vue entstand als leichtes, reaktives System mit niedrigem Einstiegshindernis, und Angular ist ein komplettes, meinungsstarkes Framework mit TypeScript-Fokus; die Unterschiede zeigen sich beim API-Design, bei Upgrade-Prozessen und in der Erwartungshaltung an Architektur.
Was technisch unter der Haube passiert
React und Vue arbeiten mit einer Virtual-DOM-Strategie und unterscheiden sich in der API und Reaktivitäts-Implementierung, Vue 3 nutzt zum Beispiel Proxys für effiziente Abhängigkeiten, während Angular auf deklarative Templates, ein eigenes Change-Detection-Modell und TypeScript setzt; dazu kommen Werkzeuge wie CLIs, Router, State-Management-Bibliotheken und Server-Rendering-Lösungen, die das Entwicklererlebnis und die Performanz im echten Projektalltag formen.
Geld, Team und Zeitplan
In Startups punktet oft React durch riesiges Ökosystem und viele verfügbare Entwickler, Vue überzeugt bei schnellen Prototypen dank einfacher Lernkurve, und große Unternehmen wählen Angular wegen Struktur, integrierter Lösungen und klarer Upgrade-Roadmaps; jede Wahl bringt Kosten für Schulung, Bibliothekspflege und Migration mit sich.
Wie es in Projekten wirklich läuft
Bei einem jungen Fintech entschied sich das Team für React, weil sich Drittbibliotheken für Formulare, Tests und Server-Rendering schnell integrieren ließen und die Time-to-Market entscheidend war.
In einer großen Versicherung setzte das Produktmanagement auf Angular, um klare Architekturregeln, TypeScript-Sicherheit und Wartbarkeit für mehrere Teams und lang laufende Releases sicherzustellen.
Eine klare, aber pragmatische Haltung
Es gibt kein allgemein besseres Framework; wichtig ist, Anforderungen an Skalierung, Teamgröße und Lebensdauer eines Projekts an die Technologie zu koppeln; Risiken sind Vendor-Lock-in, technische Schulden und unbedachte Bibliotheksabhängigkeiten, Chancen liegen in schneller Entwicklung, besserer Developer Experience und klaren Upgrade-Pfaden.
Was als Nächstes zählt
Letztlich müssen Solution-Architekten, Softwarearchitekten, Entwickler und Projektmanager gemeinsam die Balance finden zwischen kurzfristiger Produktivität und langfristiger Wartbarkeit; Architekten formulieren die Kriterien, Entwickler setzen Muster um und Manager sorgen für die Ressourcen, damit die gewählte Frontend-Strategie greifen kann.