Lohnt sich Oracle noch? Warum oft Postgres oder MariaDB die bessere Wahl sind Kosten, Cloud-Strategien und Reife der Open-Source-Alternativen entscheiden – nicht bloß Markenprestige. 09.11.2025 | Lesezeit: 3 min Einige Firmen zahlen Millionen für Lizenzrechte und Support — andere erreichen mit Open-Source das gleiche Ziel für einen Bruchteil der Kosten. Die Frage ist nicht länger nur, welche Datenbank am stärksten ist, sondern welche für ein konkretes Projekt wirklich Sinn macht. Wandel der Datenbanklandschaft Früher war Oracle das Synonym für robuste Enterprise-Datenbanken; heute verschieben sich Spielregeln: Cloud-Anbieter, Containerisierung und eine lebhafte Open-Source-Szene haben die Machtverhältnisse verändert. Neue Angebote reduzieren Vendor-Lock‑in, Entwickler präferieren Offenheit, und Firmen betrachten Gesamtbetriebskosten statt reiner Feature-Listen. Technik, Kosten und Ökosystem Technologisch ist Oracle weiterhin mächtig — starke Replikation, fortgeschrittene Partitionierung, ausgefeilte Sicherheitsfeatures. Aber Postgres hat in den letzten Jahren viele Enterprise-Funktionen aufgeholt (z. B. JSON‑B, parallele Verarbeitung, leistungsfähige Extensions) und MariaDB bietet kompatible MySQL‑APIs mit aktivem Entwicklungszweig. Wirtschaftlich schlägt bei vielen Projekten die Stunde der Wahrheit: Lizenz- und Supportkosten, Cloud-Transitgebühren und die Operations-Komplexität lassen sich mit Open-Source-Stacks oft deutlich senken. Gesellschaftlich bedeutet das mehr Transparenz und leichteren Wissenstransfer: Entwicklerteams können Skills intern aufbauen, statt sich auf teure Drittanbieter zu verlassen. Drei Szenen aus der Praxis Ein Mittelständler ersetzt eine OLTP-Instanz: Oracle war performant, aber die Lizenzverhandlungen blockierten das Budget — Migration zu Postgres senkte Kosten und entspannte den Release‑Takt. Ein SaaS‑Startup startet in der Cloud und wählt MariaDB, weil MySQL-Kompatibilität und geringe Einstiegshürden schnelle Iteration erlauben. Ein internationales Konzernteam behält eine Oracle-Data‑Warehouse-Landschaft für spezielle Analysen, integriert aber operative Datensätze via Postgres‑Replica, um Flexibilität zu gewinnen. Was das langfristig bedeutet Langfristig wird eine differenziertere Haltung dominieren: Für sehr spezielle, stark optimierte Workloads bleibt Oracle eine Option; für die Mehrheit von Web-Services, Reporting und transaktionalen Systemen sind Postgres oder MariaDB häufig effizienter. Risiken bestehen in mangelnder Expertenkenntnis bei Migrationen und in versteckten Kosten (z. B. Betreiberaufwand oder Third‑Party-Tools). Chancen liegen in mehr Wettbewerb, schnelleren Innovationen und geringeren Einstiegshürden für neue Produkte. Entscheidungshilfe für Architekten Software-Architekten sind hier der entscheidende Hebel: Sie erstellen Migrationspläne, bewerten Total Cost of Ownership, definieren SLAs und orchestrieren Proof-of-Concepts — kurz: sie machen die abstrakte Frage konkret. Wer eine zukunftssichere Plattform will, lässt nicht die Marke entscheiden, sondern Szenarien, Kosten, Team-Skills und Cloud‑Strategie. Das spart Geld und verhindert teure Fehlentscheidungen. Connect with Andreas Hernitscheck Solution & Software Architect Datenbanken Oracle Postgres MariaDB Open-Source Cloud Lizenzkosten Architektur Migration Performance