Der Browser klingelt wie eine App, liefert Inhalte offline und lässt sich auf den Homescreen pinnen: Progressive Web Apps verwischen die Grenze zwischen Webseite und nativer Anwendung und zwingen uns zu einer einfachen Frage: Brauchen wir noch traditionelle Apps?
Warum das jetzt wichtig ist
Mobiles Surfverhalten, steigende Entwicklungskosten und die wachsende Macht der Browser treiben einen Wandel voran; Unternehmen suchen Reichweite ohne doppelte Codebasen, Plattformbetreiber formen neue Regeln, und Entwickler gewinnen Fähigkeiten, die früher nur für native Entwicklung nötig waren.
Was die Technik leistet
Service Worker bieten das technische Rückgrat: Sie ermöglichen Offline-Erlebnisse, gezieltes Caching und Hintergrund-Synchronisation, das Web App Manifest macht eine Webseite installierbar, und HTTPS sorgt für nötige Sicherheit; zusammen erlauben diese Bausteine eine App-ähnliche Nutzererfahrung direkt im Browser.
Was das Geschäft ändert
Für Produktmanager bedeutet eine PWA niedrigere Einstiegshürden: eine einzige Codebasis, schnellere Updates und keine App-Store-Freigaben; gleichzeitig bleiben Monetarisierung, Sichtbarkeit in App-Stores und einige native APIs eine Herausforderung, wodurch die Entscheidung oft eine Abwägung zwischen Reichweite und Funktionalität wird.
Ein Händler, eine Entscheidung
Ein kleiner Versandhändler ersetzte seine sperrige native App durch eine PWA und gewann spürbar Ladegeschwindigkeit und Conversion im Checkout; Kunden kehrten öfter zurück, weil Push-Benachrichtigungen und schnelles wiederöffnen ohne Installation funktionierten.
Eine Redaktion, zwei Wege
Eine regionale Redaktion testete eine PWA für Artikel-Feeds: Leser schätzten die Offline-Lesefunktion und die geringe Datenlast, doch für Abo-Management und In-App-Payment blieb die native App vorerst attraktiver, weil bestehende Stores und Zahlungsintegrationen einfacher nutzbar waren.
Zwischenbilanz: Chancen und Risiken
PWAs eröffnen schnelle Experimente und breitere Erreichbarkeit, bergen aber Risiken bei plattformspezifischen Funktionen und Monetarisierung; wer zu früh komplett auf das Web setzt, verliert womöglich native Vorteile, wer ausschließlich native baut, verpasst potenzielle Reichweitengewinne.
Ausblick für Teams
Langfristig werden hybride Strategien dominieren: PWAs für Reichweite und einfache Use-Cases, native Komponenten dort, wo Hardwarezugriff oder Store-Präsenz zwingend sind; Solution- und Software-Architekten definieren die Schnittstellen, Entwickler bauen resilienten Code, Product-Manager priorisieren Use-Cases und Projektmanager orchestrieren die Umsetzung.