Ein harmloses Kommentarformular, ein unsichtbares Formularfeld oder eine offene API genügen, und plötzlich führt das Web fremden Code aus oder schickt vertrauliche Daten an Dritte; so entstehen XSS und CSRF in Sekunden, und CORS regelt, wer überhaupt zugreifen darf.
Warum das jeden betrifft
Das Web ist stärker vernetzt und komplexer geworden: Single-Page-Apps, Microservices und Drittanbieter-Skripte vergrößern die Angriffsfläche, Unternehmen digitalisieren schneller, und Angreifer automatisieren ihre Methoden; Entwickler, Betreiber, Sicherheitsingenieure und Produktverantwortliche stehen im Wettlauf, Sicherheit früh zu denken.
Wie die Mechanik aussieht
XSS erlaubt das Einschleusen und Ausführen von JavaScript im Browser eines Opfers, typischerweise als reflektiertes, gespeichertes oder DOM-basiertes XSS; CSRF zwingt den Browser, im Kontext eines eingeloggten Nutzers Aktionen auszuführen, weil Cookies automatisch mitsenden; CORS ist die Browserregel, die definiert, welche Ursprünge auf Ressourcen zugreifen dürfen und die mit Access-Control-Headern vom Server gesteuert wird.
Technisch bedeutet das: Eingaben müssen validiert und Ausgaben kodiert werden, sensible State-Änderungen brauchen Anti-CSRF-Token oder SameSite-Cookies, die CORS-Konfiguration darf niemals pauschal mit einem Wildcard-Header geöffnet werden, und Content-Security-Policy kann Folgen von XSS deutlich reduzieren; wirtschaftlich heißt das: ein Sicherheitsvorfall kostet Geld, Vertrauen und Entwicklungszeit, weshalb Sicherheit in CI/CD und Architekturentscheidungen integriert sein muss.
Der kleine Shop, die große Lücke
Ein kleiner Online-Shop erlaubte HTML in Produktbewertungen, ein Angreifer platzierte ein Script, das Session-Cookies stahl und Bestellungen manipulierte; die schnelle Reaktion bestand in Filtern und Escapen der Eingaben, dem Einsatz einer CSP und dem Erneuern von Sessions, doch der Imageschaden blieb.
Das API-Experiment
Entwickler testeten eine interne Admin-App und setzten temporär "Access-Control-Allow-Origin: *", eine Partnerseite nutzte das, um sensible API-Antworten auszulesen; die Lehre war klar: CORS richtig einschränken, Authentifizierungstoken statt Cookie-abhängiger Authentifizierung nutzen und eine klare Origin-Whitelist pflegen.
Was jetzt zu tun ist
Die Risiken sind greifbar, aber beherrschbar: Threat-Modeling und automatisierte Sicherheitstests vor dem Release, Code-Reviews mit Fokus auf Input-Handling, klare CORS-Richtlinien und Session-Strategien reduzieren Angriffsflächen; Solution- und Software-Architekten gestalten sichere Schnittstellen, Entwickler setzen Schutzmechanismen um und Projektmanager sorgen für Priorisierung und Budget, gemeinsam entsteht so robuste Sicherheit.
Ein Modell für die Zukunft
Sicherheit ist keine Einmalaufgabe, sondern Teil der Architektur: wer früh prüft, automatisiert und verantwortet, verhindert Vorfälle und spart langfristig Kosten und Rufwert; das Web bleibt offen, aber Vertrauen baut man nur mit kontinuierlicher Arbeit.